Heute hat der SVP Zentralvorstand die Anträge der Parteileitung bezüglich dem forschen Vorgehen gegenüber Bundesrätin Evelyne Widmer-Schlumpf bestätigt.
Die Abstimmung ergab 67 Ja 5 Nein 7 Enthaltungen für eine Kaskade von Ultimaten und Auschlussanträgen.
Nach verschiedenen Stellungnahmen der SVP Bundesrätin kann man davon ausgehen, dass sie nicht aus der Partei austreten wird. Ebenso wird die nächste Forderung nach einem Aschluss aus der Bündner Kantonalsektion ins Leere laufen. Damit ist absehbar, dass der Zentralvorstand über den Ausschluss der Bündnersektion befinden muss. Dieser Ausgang ist offen.
Verfolgt man allerdings die Entwicklung der Abwahl von Bundesrat Blocher, so kann man festhalten, dass die Parteileitung verschiedentlich die Situation völlig falsch eingeschätzt hat.
Sie ging davon aus, dass Bundesrat Blocher im Dezember 2007 wieder gewählt würde. Was nicht eingetroffen ist. Wir haben an dieser
Stelle berichtet.
Ihre Vorstellung vom Gang in die Opposition ist auch auf halbem Weg stecken geblieben.
Es ist ihr nicht gelungen zu verhindern, dass andere SVP Mitglieder sich als Bundesräte zur Verfügung stellen. Sie hat den Rückhalt, den die beiden Regierungsmitglieder bei einem Teil der Parteibasis unterschätzt.
Mit diesem Vorgehen setzt sich die Parteileitung selber unter Druck und lässt sich ihr Vorgehen von den anderen diktieren. Exekutive Fähigkeiten scheinen in der SVP rar, was die dünne Anzahl von kompetenten Regierungskräften auch zeigt.
Ich bin gespannt, wie lange die SVP in dieser Form noch zusammenhält. Offen ist auch, ob die Parteibasis ein Rezept gegen ihre eigenen Parteivögte findet.
Die Äusserungen von Evelyne Widmer-Schlumpf und anderen moderaten SVP-Vertreterinnen und Vertreter lass doch etwas Hoffnung aufkeimen.