Gestern traf ich einen alten Freund, den Heini. Sofort fiel mir auf, der hatte doch immer einen Stumpen im Gesicht. Jetzt nicht mehr. Heini ist seit der UBS-Generalversammlung Nichtraucher. Heini hatte Villiger-Stumpen geraucht.
Dass der «Chaschper Villiger» sich derart selbstvergessen hinter «Ospel und Co.» gestellt hat, habe ihm einfach «den Nuggi rausgejagt» hat mir der Heini verkündet. Der «Nuggi», in seinem Fall ein Villiger-Stumpen, war jahrzehntelang ein fester Bestandteil von Heinis Gesicht. Jetzt nicht mehr. «Nach der UBS-GV habe ich sofort mit dem Rauchen aufgehört. Meine persönliche Wut auf Villiger und sein opportunistisches Verhalten raucht bereits genug». Sein Villiger-Velo habe er noch am gleichen Tag seinem Götti-Bub schenken wollen, hat Heini weiter erklärt. Sein Göttibub habe aber dankend abgelehnt. «Da steht ja Villiger drauf, ich will mich doch mit so einem lahmen Göppel nicht schämen», habe der Götti-Bub gesagt. Heini hat ihm recht gegeben und, ganz der alte Heini, auch gleich ein treffendes Zitat gewusst: «Opportunismus ist die Kunst, mit dem Winde zu segeln, den andere machen». In meiner Weibel-Loge steht neuerdings ein Computer mit Internet-Zugang. Zwischen zwei Botengängen wollte ich schnell mal nachschauen, von wem dieses Zitat ist. Ist von Alessandro Manzoni, einem italienischen Schriftsteller. Bei der Gelegenheit fand ich dann auch gleich noch das: «Politischer
Opportunismus nimmt unter Umständen langfristige Nachteile in Kauf, um
kurzfristig Zustimmung zu erzielen und bedeutet oftmals das Aufgeben
der eigenen Meinung». Und dann auch noch das, ein Zitat vom Altpolitiker Helmut Schmitd: «Opportunismus ist zum Kotzen, aber er ist kein Monopol der Politiker».