Es erstaunt, dass in Zeiten der Globalisierung die SBB immer noch an ihrem alten Zwei-Klassen-System festhält. Offenbar ist es für den Staatsbetrieb finanziell lukrativ, Kunden mit solchen Angeboten zu ködern, die bereit sind, mehr für ihre Reise zu bezahlen.
In der neuen Lounge werden die Gäste kostenlos mit Snacks, Getränken und Zeitungen bedient.
Schön für die 1. Klasse-Passagiere.
Im Regen stehen gelassen, bleiben aber die 2. Klasse-Passagiere: Auf Holzbänken, dichtgedrängt sitzend im Wartehäusschen - falls überhaupt vorhanden und geheizt - müssen sie hingegen auf ihre Züge warten.
Toiletten in den Bahnhöfen gibt es kaum noch und falls ja, muss dafür bei einer privaten Firma wie beispielsweise McClean recht teuer bezahlt werden.
Statt eine solche Lounge in Zürich zu betreiben, täte die SBB gut daran, ihren generellen Kundenservice zu verbessern. Die neuste
Computerpanne an den Billetautomaten ist ein Beispiel, das beweist: Wo
früher an vielen Orten noch ein bedienter Billetschalter war, wo man auch freundlich Auskunft erhielt, stehen heute nur noch
mehr oder wenig anfällige Automaten, die der Kunde selber bedienen muss.
Oder denken wir an
die Toiletten in den Zügen, die hygienisch oft unzumutbar sind. Oder an die
fehlenden Sitzplätze in der 2. Klasse bei stark frequentierten Zugslinien,
siehe auch Blog.
Aber nein, statt bedienter Schalter, besseren Toiletten und mehr Sitzplätzen eröffnet die SBB lieber eine Lounge für die mehr zahlenden Gäste. Wäre die SBB eine private Firma, könnte man dagegen nichts einwenden. Doch die SBB ist ein Staatsbetrieb; Streben nach Gewinn hin oder her.
Denn wer zahlt eigentlich die neue "Wohlfühloase am Zürcher Hauptbahnhof" der SBB? Natürlich letztendlich wir alle als Steuerzahler. Doch profitieren dürfen nur die, die mehr bezahlen.
Darum, liebe SBB, hört endlich auf mit diesem Zwei-Klassen-System im Zug und auf den Bahnhöfen.