Eine Billion Euro sollen nötig sein um die derzeitige Euro-Finanzkrise in den Griff zu bekommen. Das sind tausend Milliarden, eine Zahl mit zwölf Nullen!
– Mit Summen dieser Grössenordnung ist unsere Vorstellungskraft schnell einmal überfordert.
– Hier ein Umrechnungs-Modell, mit dem die abgehobene Grösse «Milliarde» erfahrbar wird, und das hilft, den weltweiten Milliardenpoker der derzeit gespielt wird, In seinem ganzen Irrsinn zu erkennen:
– Wenn Du jede Sekunde einen Franken erhältst = 60 Franken in der Minute = 3600 Franken in der Stunde = 86‘400 Franken im Tag, und das immerfort ohne Unterbruch: Wie lange dauert es, bis eine Milliarde zusammen ist? Einen Monat? Ein Jahr? 10 Jahre? Alles falsch.
– 31 Jahre, 8 Monate und 16 Tage dauert es bis sich – im steten Sekundentakt – eine Milliarde zusammengeläppert hat.
– Ein ganzes Menschenleben reicht nicht aus, um von 0 bis 1 Milliarde zählen zu können!
Auch wenn drei Leute sich abwechseln und je 8 Stunden lang Tag und Nacht ohne jeden Unterbruch zählen und immer weiter zählen und jede Zahl von 0 bis 1 Milliarde ganz aussprechen, so würde das – auch wenn jeder der drei 100 Jahre alt wird – nicht ausreichen um bis zu einer Milliarde zählen zu können. Wer sehr schnell spricht, vermag vielleicht im Sekundentakt noch bis zur Zahl 1000 mitzuzählen. Jahrzehnte vor Erreichen der Zahl neunhundertneunundneunzig Millionen neunhundertneunundneunzig Tausend, neunhundertneunundneunzig wäre man jedoch hoffnungslos vom Sekundentakt abgehängt!
Ein unaufhaltsamer, hochriskanter Finanzpoker spielt sich ab. Die Milliardenbeträge die derzeit um die Welt schwappen haben eine rein virtuelle Dimension angenommen. Wandelt man Milliardenbeträge (Franken, Euro, oder Dollar) in Zeiteinheiten um, so wird schnell einmal klar, welch abgehobene Grösse die Finanzverschiebungen angenommen haben. Durch das Konvertieren entsteht eine Zeitachse, die schon bei zweistelligen Milliardenbeträgen bis in die Antike zurückreicht.
Hier zur Illustration einige Zeitreisen. Treibstoff dieser Zeitmaschine sind Milliardenbeträge veranschaulicht als Sekunden, dann umgerechnet in Monate und Jahre.
••• Die Schweizerische Nationalbank wies im Juni 2011 für das erste Halbjahr 2011 einen Verlust von 10.8 Milliarden aus. 10,8 Milliarden in Zeiteinheiten = 342 Jahre und 6 Monate lang jede Sekunde einen Franken! Das führt uns bereits zurück ins Jahr 1668. 1668 regierte in Frankreich Ludwig X1V. Seine Soldaten sind in die spanischen Niederlande eingedrungen. – England übernimmt die Kontrolle über
Bombay. – London steht immer noch unter Schock: Drei Jahre zuvor wütete die «Grosse Pest«, ein Jahr später brannten 13‘200 Häuser und 87 Kirchen nieder.
••• Anfangs August 2011 erhöht die SNB die Giroguthaben der Geschäftsbanken von 30 auf 80 Milliarden. 80 Milliarden veranschaulicht als Zeitachse führt uns bereits zurück ins Jahr 525 vor unserer Zeitrechnung. Wir befinden uns zurückversetzt in die mitteleuropäische
Eisenzeit (Hallstadtzeit), in die Zeit der Archaik im antiken Griechenland oder in die Spätzeit (Perserherrschaft) in Ägypten.
••• Mitte August erweitert die SNB dieses Kreditvolumen auf 120 Milliarden. 120 Milliarden dargestellt in Sekunden führt uns 3805 Jahre zurück ins Jahr 1794 vor unserer Zeitrechnung. In Mesapotamien wird zu dieser Zeit das Volk der Babylonier immer mächtiger. Hammurabi, der König der Babylonier besteigt den Thron und erlässt den «Codex Hammurabi». Ziel dieser Gesetzestexte war es, dass im Land Gerechtigkeit herrscht und die Schwachen nicht von den Starken unterdrückt werden. Der Codex wurde in grosse Steinstelen gemeisselt und im Königsreich aufgestellt. – In Stonehenge wird die letzte Bauphase der Kultstätte von Stonehenge beendet.
••• Oktober 2011 Deutschland bürgt mit 211 Milliarden für den erweiterten Euro-Rettungsschirm. In Sekunden statt Euro oder Franken bringt uns diese Reise 6691 Jahre zurück ins Jahr 4680 vor unserer Zeitrechnung. In Mesapotamien sind erste Menschen vom Nomadentum zur Sesshaftigkeit übergegangen. Sie haben eben gelernt Tiere zu domestizieren und pflanzen Gerste, Linsen und Flachs an. Im Süden Mesopotamiens, bei den Sumerern, entwickelt sich die erste Hochkultur der Menschheit Es werden aber weitere 1400 Jahre vergehen bis zur Entstehung erster Schriftzeichen.
••• Damit der Europäische Rettungsfond (EFSF) Notkredite von 440 Milliarden vergeben kann, soll die Kreditsumme auf 780 Mrd. Euro erhöht werden. 780 Milliarden Sekunden = 24‘733 Jahre. Wir landen im Jahre 22‘722 vor unserer Zeitrechnung (24‘733–2011). Wir befinden uns in einem historisch wenig gesichertem Raum zwischen Neandertaler und dem Cro-Magnon-Mensch (Homo sapiens sapiens). Zwischen mittlereem Paläolithikum und der jüngeren Altsteinzeit.
••• Die Staatsschuld Italiens beläuft sich derzeit auf rund 1,7 Billionen Euro. Tausendsiebenhundert Milliarden Euro.
Ein Umrechnen in Zeiteinheiten, in Tage und Jahre lohnt sich nicht. Derart weit zurück in der Urgeschichte der Erde, findet sich nichts und
niemand der ab sofort beginnen möchte, bis in unsere Zeit jede Sekunde einen Euro abzuzahlen.
Weitere Milliarden und Billionen
– Am 1. November 2011 überschritt die Weltbevölkerung die 7 Milliarden-Grenze.
– Griechische Staatsbürger bunkern 200 Milliarden Euro Fluchtgeld in der Schweiz. (TA 19.10.11)
– Nach einem Bericht der Uno (2009) waschen kriminelle Gruppierungen jährlich Schwarzgeld in der Höhe von 1.4 Billionen Franken.
– 27. Oktober 2011: Der Euro-Rettungsschirm wird auf 1 Billion Euro erweitert.
Der gesamte westliche Finanz-Zirkus ist zu einem hochleistungskriminellen Monopoly verkommen. Banken, «Financiers» und ihre Interessenvertreter in der Politik zocken, tricksen und betrügen. Aber anders als beim Stubentisch-Monopoly, muss nie jemand «auf direktem Weg ins Gefängnis».
Anmerkung: Die in diesem Flyer gemachten Angaben über finanzielle Entscheide der Schweizerischen Nationalbank illustrieren die immensen Summen die täglich über den Pokertisch des internationalen Finanzmarktes geschoben werden. Sie sind nicht primär als Kritik an den von der SNB beschlossenen Massnahmen zu werten. Die SNB ist jedoch Teil eines Systems, das uns weismachen will, dass «der Markt sich selbst reguliert». Die desaströsen Entwicklungen auf den Finanzmärkten, die hilflosen Bemühungen der Politik, mit Milliardenbeträgen in den Markt einzugreifen, widerlegen diese These. Deregulation und Neoliberalismus führen ins Chaos. «Der Markt reguliert sich selbst» ist eine Irrlehre.